Ein Schmuckstück für alle

Förderverein „Alte Schule“ konnte der Gemeinde in 19 Jahren 130.000 Euro für die Sanierung des historischen Gebäudes übergeben.

Frauke Schlüter Meddewade „Endlich treffen wir uns nach vielen Wochen wieder“, freut sich Angelika Brüggen, Vorsitzende des Fördervereins „Alte Schule“, darüber, ihre ehrenamtlichen Mitstreiterinnen nach den Corona-Lockerungen im ehrwürdigen, historischen Gebäude zu begrüßen. Gemeinsam wollen sie und die zweite Vorsitzende, Jessica Protzak, Schriftführerin Jutta Oerngreen-Behnken und Kassenwartin Renate Harbort die Lage sondieren. Denn nichts ist in diesem Jahr so wie in den 19 Jahren zuvor seit der Gründung des Fördervereins im Zuge der von der Gemeinde beschlossenen Sanierungsmaßnahmen für das über 160 Jahre alte Backsteingebäude am Anfang des idyllischen Dörfchens oberhalb der Trave. „Wir haben beschlossen, die nächsten Veranstaltungen – besonders unseren beliebten Herbstmarkt – vorsorglich abzusagen“, bedauert Brüggen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Pläne genug für weitere Highlights im Jahreskreis ihres Heimatdorfes haben sie allemal.

Beachtliche Erfolge und 20. Geburtstag

Bilden den Vorstand des Fördervereins Alte Schule Meddewade (von links): Jessica Protzak, Jutta Oerngreen-Behnken, Renate Harbort und Angelika Brüggen. schlüter


Im nächsten Jahr feiert der Förderverein mit seinen 90 Mitgliedern seinen 20. Geburtstag – sicherlich ein Grund zum Feiern. Denn die Ehrenamtlichen können auf beachtliche Erfolge, ein Potpourri aus unvergesslichen Veranstaltungen und jede Menge „menschlichen Einsatz“ zurückblicken. Darauf können sie mit Recht stolz sein. Als vor 19 Jahren die Alte Schule saniert werden sollte, die Gemeindemittel jedoch nicht ausreichten, gründeten einige engagierte Meddewader den Verein, um Gelder durch Spenden, Veranstaltungen und Mitgliederbeiträge zu sammeln.

Insgesamt 620.000 Euro kostete der Umbau, 301.000 Euro brachte die Gemeinde in Eigenleistung auf, der Rest wurde durch Fördermittel und Spenden finanziert. 13.000 Stunden Arbeit erbrachten der Verein und viele weitere fleißige Dorfbewohner in Eigenleistung. Insgesamt 43.000 Euro hat der Verein während der Bauphase von 2001 bis 2008 an die Gemeinde überwiesen. „Es war ein ganz toller Zusammenhalt im Dorf, viele packten tatkräftig mit an“, erinnert sich Brüggen. In acht Jahren wurde das 1858 gebaute Gebäude komplett entkernt und modernisiert und ist bis heute das Schmuckstück der Gemeinde. „Unser Alte Schule gehört einfach zu uns. Jeder im Dorf identifiziert sich mit ihr“, so Protzak. Und die Sanierung sei auch „das Steckenpferd“ der ehemaligen Bürgermeisterin Marleen Wulf gewesen.

Heute fungiert das restaurierte Gebäude mit dem großen Klassenzimmer, einer modernen Küche, Aufenthaltsräumen und einem schönen gepflegten Garten mit Storchennest als Gemeinschaftshaus. Hier treffen sich nicht nur die Meddewader und andere Interessierte zu vom Förderverein organisierten Veranstaltungen wie Konzerten, Jazz-Frühschoppen, Herbstmarkt und Tannenbaumverkauf mit Punsch, Vorträgen, plattdeutschem Theater, Open-Air-Kino, Fußball-Übertragungen und Lesungen, sondern auch zu Angeboten wie Krabbel- und Sportgruppen. Hier treffen sich der Spar- und Kulturclub, der Seniorentreff, der Frauenstammtisch, die Jugendwehr und der Chor. Der benachbarte SV Meddewade nutzt ebenfalls die Räumlichkeiten.

D ie Schule ist voller Leben und zu einem wirklich schönen Gemeinschaftshaus geworden“, so die Vorsitzende. So solle es natürlich auch in Zukunft bleiben. Der Förderverein sucht aktive Mitglieder, die den Verein bei Planungen und Veranstaltungen unterstützen – neben der Arbeit komme natürlich auch der Spaß und das nette Miteinander nicht zu kurz. Aus Nachbarn seien längst Freunde geworden. So ein dreitägiger Einsatz vor, bei und nach großen Veranstaltungen schweiße halt zusammen. Unterstützung erhält der Verein auch durch die Meddewader Projektagentur, die die Flyer für die Veranstaltungen kostenlos designt und druckt und die Technik zur Verfügung stellt. Und vom Küchenteam, das unermüdlich bei Veranstaltungen agiert.

Es gibt noch viel zu tu für die Ehrenamtlichen

Mitglied im Verein kann jeder Meddewader werden. Auswärtige Mitglieder müssen Mitglied in einem Meddewader Verein sein. Es gibt noch viel zu tun für die Ehrenamtlichen: Nachdem im Dachgeschoss durch den Erlös aus den Veranstaltungen eine Küche eingebaut werden konnte, kommt im Juni der Maler für Ausbesserungsarbeiten, neue Handläufe müssen angeschafft, Tische, Stühle und Geschirr für 80 Personen nach und nach erneuert werden. „Brüggen: „Im Laufe der Jahre sind 130.000 Euro zusammen gekommen, die wir als Verein der Gemeinde zur Verfügung stellen konnten.“ Als Angelika Brüggen vor fünf Jahren den Vorsitz des Vereins übernahm, war gerade ihr drittes Kind unterwegs: „Meine Kinder wachsen da einfach mit rein.“ Und die engagierte Meddewaderin hat einen neuen Trend festgestellt: „Die Vereine fangen an, sich immer mehr gegenseitig zu unterstützen“.

Der Förderverein „Alte Schule“ sucht aktive Mitstreiter. Infos finden Interessierte unter www.gemeinde-meddewade.de und auf Facebook.

Stormarner Tageblatt vom 66.2020

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