11.02.2020 - Jetzt auch in Meddewade

DELFI® – Eine Entwicklungsbegleitung für Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr

DELFI® ist ein Konzept der Familien-Bildungsstätte,

und richtet sich als Gruppenangebot an Eltern(teile) mit ihren Kindern im gesamten ersten Lebensjahr. Ziel ist, durch spezielle Anregungen die Bewegungs- und Sinnesentwicklung des Kindes zu fördern und die Beziehung zwischen Eltern und Kind zu stärken.

04.02.2020 - Beratung über Zuschüsse zu Führerscheinen für Feuerwehrleute 

Gerade für die jungen Freiwilligen sind die Kosten für den Führerschein kaum selbst zu stemmen.

Die modernen Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren können nur noch mit den Führerscheinen der Klasse C/CE geführt werden. Diese kosten aber, gerade für junge Feuerwehrleute, viel Geld. Die Gemeinden im Amt Bad Oldesloe-Land gewähren deshalb den Feuerwehrleuten, die diesen Führerschein erwerben, einen Zuschuss. Der wurde aber in den Gemeinden bisher unterschiedlich gehandhabt.

Einheitliche Regelung

Ende 2019 haben die Bürgermeister im Amtsbereich festgelegt, dass der Zuschuss künftig in den Gemeinden einheitlich geregelt werden soll. In Meddewade beraten die Kommunalpolitiker am Dienstag, 11. Februar, ab 19.30 Uhr in der Alten Schule über den Zuschuss. Die Höhe soll dem der Gemeinde Pölitz angepasst werden. Dort wurde beschlossen, den Zuschuss von 1500 Euro auf 1800 Euro je Führerschein anzuheben. Der Zuschuss fließt erst nach bestandener Führerscheinprüfung. Für die Verlängerung der Führerscheine werden die dafür entstehenden Kosten von der Gemeinde voll übernommen.

21.01.2020 - Gelungene Veranstaltung

Vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Meddewade loderten am Samstagabend in den Feuerschalen und Feuertonnen die hellen Flammen in den Himmel empor. Ab 15 Uhr hat die Feuerwehr und die Vereine der Gemeinde zum Neujahrsempfang und Tannenbaumverbrennen eingeladen. 

Der Platz vor der Feuerwache war proppenvoll und die Einwohner und auch Gäste aus den Nachbardörfern genossen eine gemütliche Atmosphäre rund um das Feuer und im Gerätehaus. 
Lecker und vielseitig das Angebot: Kaffee und Kuchen, diverse Getränke, Glühwein, Stockbrot, leckere Würstchen.

Schon früh am Morgen hatten die aktiven Kameraden der Feuerwehr zusammen mit der Jugendfeuerwehr die Tannenbäume im Ort eingesammelt und beim Feuerwehrhaus gestapelt. Die anderen Vereine richteten in der Zeit zusammen mit der Feuerwehr das Gerätehaus ein. Jahr für Jahr erfreut sich diese traditionelle Veranstaltung einer steigenden Beliebtheit, dieses Veranstaltung gemeinsam durchzuführen war allerdings ein erfolgreiches Novum.

05.12.2019 - Die Genossenschaftsmeierei  

Hans-Werner Hillers hat wieder einen Betrag für die Chronik verfasst. Dieses Mal hat er sich mit der Genossenschaftsmeierei  beschäftigt..

Die Genossenschaftsmeierei  

1887 taten sich die Bauern in Meddewade, Benstaben und Sehmsdorf zusammen und gründeten eine eigene Genossenschaftsmeierei. Sie stand mitten im Dorf Meddewade (heute Meiereiweg). Die Mitglieder der Genossenschaft gaben sich eine Satzung, in der alle wesentlichen Punkte für die Inbetriebnahme der Meierei festgelegt waren. 
Die Genossenschafter aus Meddewade verpflichteten sich, täglich morgens und abends zu einer festgesetzten Stunde die frische Milch rein und unverfälscht in gesiebtem Zustand abzuliefern.
Aus Benstaben und Sehmsdorf wurde sie einmal morgens gebracht, im Sommer nach Bedarf auch morgens und abends.

Der Vorstand und der „Meiereihaushalter“ hatten das Recht jederzeit die Milch zu prüfen.
Wer wissentlich verfälschte (mit Wasser verdünnte oder entrahmte) Milch lieferte, wurde mit 200 Mark bestraft und ggf. ausgeschlossen.

Die Fütterung der Kühe mit Rübenblättern, Steckrüben, grünem Raps, weißem Senf und sonstigen Futterstoffen, die die Güte der Milch und Butter beeinträchtigten, war verboten.
Hatte eine Kuh gekalbt, durfte die Biestmilch (erste Milch nach der Geburt des Kalbes, besonders eiweiß- und mineralstoffreich. 1 Liter Biestmilch entspricht 20 Eiern!) 4 Tage nicht geliefert werden, ebenso durfte die Milch von Kühen, die in 4 Wochen kalben sollten, nicht geliefert werden.

Der „Oldesloer Landbote“ meldete am 15. 4. 1890: Den Genossen der Genossenschaftsmeierei zu Meddewade wurden für den Monat März nach Abzug von 1 Pf. pro Kilo Betriebskosten 7 Pf. für das Kilo Milch ausgezahlt.
Für die Meierei werden folgende Verwalter bzw. spätere Pächter genannt: Riesenberg, Neugebauer, Martens, Heinrich Flint (der Bruder Hinrich Flint war Meierist), Wagner, Brunnemann (ist später nach Treuholz gegangen).

Sie achteten u. a. auf gute Butterqualität, wie 1908 berichtet wurde: In der am 6. März d. J. stattgefundenen 86. Butterausstellung des Bezirks-Meierei-Verbandes für Ostholstein in Eutin erhielt die Meierei Meddewade das Prädikat „fein“. Auch wurde ihr ein Diplom von der Landwirtschaftskammer für besondere Leistung in Herstellung seiner Butter auf den Butterausstellungen 1907-1908 mit dem dreimaligen Prädikat „fein“ zuerkannt. Außerdem erhielt der Betriebsleiter Riesenberg eine Geldprämie.

Die genossenschaftlich betriebene Meierei sollte mit Hofraum und Hausgarten, Kohlenschuppen und Eiskeller am 9. September 1914 zwangsversteigert werden. Ob die Zwangsversteigerung wirklich durchgeführt wurde, muss in Zweifel gezogen werden. Nach einer Zeitungsnotiz von 1916 erwarb der am 27.1.1916 verstorbene Landwirt Christian Feddern die Genossenschaftsmeierei.

Milchtransporterauto vor 1914

Es ist durchaus möglich, dass für die Dauer des Ersten Weltkrieges die Zwangsversteigerung ausgesetzt wurde, denn ein Bericht aus dem Juli 1919 bestätigte den Meiereibetrieb. Diebe hatten es auf die Butter abgesehen:
Vor einiger Zeit wurden aus der hiesigen Meierei drei Tonnen Butter gestohlen. Die Diebe waren mit dem Automobil aus Richtung Lübeck gekommen und in gleicher Richtung wieder fort gefahren.

 

Nach Aussage des „Oldesloer Landboten“ vom 12.2.1935 fanden mehrfach Wechsel in der Meiereileitung statt.
Die Meierei Meddewade ist in den Besitz des Meiereifachmanns Richard Wagner übergegangen. Der bisherige Besitzer, Johannes Donner, hatte diese Meierei erst im Juli des letzten Jahres für 34000 Mark erworben. Der neue Eigentümer beabsichtigt den Betrieb bedeutend zu vergrößern und neuzeitlicher einzurichten.

Vor 1941 besaß Paul Löper die Meierei. 1943 wurde der Betrieb eingestellt. Im Dritten Reich war für
einen Meiereibetrieb die Anlieferung
von mindestens 5000 l Milch sommers
wie winters vorgeschrieben. Kleinere
Meiereien wurden geschlossen.


Nach 1943 lieferten die Meddewader Bauern ihre Kuhmilch an die Reinfelder Meierei Postel, Am Zuschlag. Ab 1952 wurde in die neu gebaute Genossenschaftsmeierei, Hamburger Chaussee (B 75) in Reinfeld geliefert, wo die Meddewader Bauern Mitglied wurden. Den ersten Milchwagen fuhr Anton Maxigemba.  Später wurde die Milch von der Meierei abgeholt.

Paul Löper vermietete (nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft) die Meierei kurz an die Nord Chemie aus Bad Oldesloe die Asphalt fertigten, anschließend wurde Nutria (Biberratte) zur Pelztierzucht gehalten.

Im Herbst 1954 verkaufte Paul Löper die Gebäude und das Grundstück an die Paech-Brot GmbH.

Literatur: Meddewade Chronik eines Dorfes im Kreis Stormarn von Doris und Eckhardt Moßner und Hans-Werner Hillers 2004.          

Hans-Werner Hillers,                                                                

Dorfchronist im Dezember  2019

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